O.Univ.Prof.
Dr.
Werner Pfannhauser
KEG
CONSULTING AGENCY
A-1180 Wien, Kreuzgasse 79
Tel.+Fax: 01/470 35 86
e-mail: werner.pfannhauser@tugraz.at
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FLAIR-FLOW
4 is supported by the European Commission within the 5th Framework Programme
under the Quality of Life and Management of Living Resources, Key Action
1. It comprises a network that disseminates food research results to consumer
groups, health professionals and the food industry in 24 European countries.
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FFE 477/02/SME 33
Gentechnisch veränderte
Lebensmittel - öffentliche Wahrnehmungen
'Lebenswissenschaften
in der europäischen Gesellschaft (Life Sciences in European Society, LSES)'
ist ein kooperatives Forschungsvorhaben, das Sozialwissenschaftler aus 16
europäischen Staaten, Kanada und den USA zusammenführt. Das Vorhaben untersucht,
wie die Biotechnologie in der Politik, den Massenmedien und der Öffentlichkeit
wahrgenommen wird. Der letzte Aspekt stützt sich auf die Serie der Eurobarometer-Umfragen
über Biotechnologie, ergänzt durch in 8 europäischen Staaten durchgeführte
Einzel- und Gruppeninterviews. Einige der Hauptergebnisse dieser Studie sind:
- Einstellung gegenüber Anwendungen im medizinischen und im Agrar-Lebensmittel-bereich:
Während die medizinisch orientierte Biotechnologie weitestgehend Unterstüt-zung
erfährt, werden Anwendungen im Agrar/Lebensmittelbereich großteils abgelehnt.
Seit 1996 kam es in der öffentlichen Wahrnehmung zu eine zunehmenden Differenzie-rung
zwischen roter (medizinischer) und grüner (Agrar/Lebensmittel) Biotechnologie.
Die Öffentlichkeit ist nicht bereit, Anwendungen ohne erkennbaren Nutzen
zu unterstützen. Aber dort wo Anwendungen als nützlich und moralisch akzeptierbar
eingeschätzt werden, sind Teile der Öffentlichkeit auch bereit, wahrgenommene
Risiken zu tolerieren. Eng verknüpft mit dem Grad der Unterstützung ist
die Vorstellung, dass die grüne Biotechno-logie nicht natürlich ist und
zu potenziell katastrophalen Konsequenzen führen könnte. Selbst unter
den Befürwortern der grünen Biotechnologie sind solche Einstellungen anzutreffen.
- Nationale Unterschiede: Der Grad der Unterstützung für die Biotechnologie
ist in den Ländern stark unterschiedlich. Zu den mehr befürwortenden Ländern
zählen Finnland, die Niederlande, USA und Kanada, während die Unterstützung
in Griechenland, Österreich, Frankreich und Dänemark sehr viel geringer
ist. Insgesamt gesehen wird die medizinisch orientierte Gentechnik in
allen Ländern unterstützt, während im Gegensatz hierzu die Mehrzahl der
Länder mit Ausnahme von Finnland, Spanien, Kanada und den USA gentechnisch
veränderte Lebensmittel ablehnt.
- Gemeinsame Anliegen: Die Verbraucher befürchten bislang unbekannte Auswirkungen
von gentechnisch veränderten Lebensmittel auf zukünftige Generationen
und die Möglichkeit des Auftretens von 'verzögerten Effekten' (Langzeitwirkungen).
Die Biotechnologie wird mit einer Nonstop-Reise in einem von der Industriewissenschaft
angetriebe-nen Hochgeschwindigkeitszug ohne Bremsen zu einem unbekannten
Bestimmungsort verglichen, der die Warnsignale der öffentlichen Meinung
ignoriert. Und während die Verbraucher sich wirksame Regelungen wünschen,
sind sie skeptisch ob dies überhaupt möglich ist angesichts der einerseits
raschen wissenschaftlichen und technologischen Entwicklungen, der Notwendigkeit
der internationalen Zusammenarbeit und Reglementie-rung und andererseits
der relativen Machtlosigkeit demokratischer Institutionen im Vergleich
zu multinationalen Konzernen.
- Auswirkungen: Die neuen Reglementierungen (2001/18/EC) können teilweise
als Antwort auf die öffentlichen Anliegen angesehen werden. Wenn das auch
die generellen Befürch-tungen über die Reglementierungen zerstreuen mag,
scheint es doch unwahrscheinlich, dass sich die öffentliche Meinung hin
zu einer positiveren Einstellung verschiebt, ohne dass klare Vorteile
der gentechnisch veränderten Lebensmittel gesehen werden.
Projektnr.: QLG7-CT-1999-00286
Kontakt:
Prof. George Gaskell
Methodology Institute
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Österreichischer FFE-4
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